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Käse-Zutaten: Milch, Lab, Kulturen und Salz

13. April 2026 7 Min. LesezeitAktualisiert 12.08.2026

Zutaten von Käse: Was kommt in echten Bergkäse? - TIROLISH

Ein Käse braucht vier Zutaten: Milch, Kulturen, Lab und Salz. Alles Weitere ist Verfahren — Temperatur, Schnitt, Pressen, Reifezeit. Deshalb steht auf einer guten Zutatenliste erstaunlich wenig. Was die vier tun, warum die Art des Labs über „ohne tierische Bestandteile" entscheidet und woran sich Rohmilchkäse verlässlich erkennen lässt.

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Im Guide
  1. Die vier Grundzutaten
  2. Welches Lab
  3. Die Lab-Zeile lesen
  4. Roh, thermisiert, pasteurisiert
  5. Zusätze und Rinde
  6. Zutatenliste lesen
  7. Im Shop
  8. Häufige Fragen
Grundlage

Die vier Grundzutaten

Milch

Sie liefert Eiweiß und Fett — das Gerüst und den Geschmacksträger. Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch ergeben deutlich verschiedene Käse, ebenso wie Vollmilch gegenüber Magermilch: Graukäse etwa entsteht aus entrahmter Milch und enthält deshalb kaum Fett.

Was davon im Sortiment steht, zeigt die Käseauswahl aus dem Zillertal.

Kulturen

Milchsäurebakterien säuern die Milch, bauen den Milchzucker ab und steuern einen großen Teil des Aromas. Je nach Käse kommen weitere Kulturen dazu: Rotkultur oder Rotschmiere für würzige Schnittkäse, Edelschimmel für Blau- und Weißschimmelkäse.

Lab

Ein Enzym, das das Milcheiweiß gerinnen lässt — aus flüssiger Milch wird eine schnittfeste Gallerte. Die Herkunft dieses Enzyms ist die praktisch wichtigste Angabe auf der ganzen Zutatenliste; dazu gleich mehr.

Salz

Es würzt, entzieht Wasser und steuert damit die Reifung — außerdem bremst es unerwünschte Keime. Gesalzen wird durch Einreiben, im Salzbad oder direkt im Bruch.

Woran man eine gute Zutatenliste erkennt

An ihrer Kürze. Ein gereifter Schnittkäse listet typischerweise: Milch, Salz, Lab, Milchsäurebakterienkulturen und gegebenenfalls eine Reifekultur. Mehr braucht es nicht. Werden Farbstoffe, Konservierungsmittel oder Schmelzsalze genannt, handelt es sich meist nicht mehr um Käse im engeren Sinn, sondern um eine Zubereitung oder Schmelzkäse.

Vier Zutaten nebeneinander auf einer hellen Arbeitsfläche: ein Krug Milch, ein Schälchen weißes Kulturpulver, ein braunes Tropffläschchen mit Lab und eine Schale grobes Salz
Mehr braucht es nicht: Milch, Kulturen, Lab, Salz. Alles darüber hinaus steht in der Zutatenliste und will begründet sein.
Die entscheidende Angabe

Mikrobielles Lab, tierisches Lab — oder gar keines

Ursprünglich stammte Lab aus dem Labmagen junger Kälber. Heute gibt es drei Wege, und die Zutatenliste sagt, welcher gewählt wurde. Für alle, die auf tierische Bestandteile achten, ist das die einzige relevante Zeile.

Mikrobielles Lab

Aus Mikroorganismen gewonnen, nicht vom Tier. In der Zutatenliste steht dann „mikrobielles Lab" oder „mikrobieller Labaustauschstoff".

Tierisches Lab

Aus dem Kälbermagen. Steht in der Zutatenliste ausdrücklich als „tierisches Lab" — wer darauf achtet, findet es dort auch benannt.

Ganz ohne Lab

Sauermilchkäse wie Graukäse werden allein durch Milchsäurebakterien dickgelegt. Auf der Zutatenliste taucht Lab dort gar nicht auf.

Steht nur „Lab" ohne Zusatz, lässt sich die Herkunft nicht ableiten. Dann hilft nur die Nachfrage beim Hersteller — oder ein Produkt, das es ausdrücklich angibt.

Praxis

Die Lab-Zeile richtig lesen

Es gibt keine Regel nach Käsesorte — die Wahl des Labs trifft die jeweilige Sennerei, und sie kann sich sogar zwischen zwei Käsen desselben Betriebs unterscheiden. Verlässlich ist deshalb nur die Zutatenliste des konkreten Produkts. Drei Formulierungen kommen vor:

  • „mikrobielles Lab" oder „mikrobieller Labaustauschstoff" — aus Mikroorganismen gewonnen, kein tierischer Bestandteil.
  • „tierisches Lab" — aus dem Kälbermagen. Wird ausdrücklich so benannt.
  • Lab kommt gar nicht vor — dann handelt es sich um einen Sauermilchkäse, der allein durch Säuerung dickgelegt wurde. Graukäse ist der bekannteste Vertreter.

Ist Bergkäse vegetarisch? Das lässt sich nicht pauschal für die Sorte beantworten, sondern nur je Produkt. Manche Bergkäse werden mit mikrobiellem Lab hergestellt, andere mit tierischem. Steht auf der Zutatenliste nur „Lab" ohne Zusatz, bleibt die Frage offen — dann hilft die Nachfrage beim Hersteller. Für die Käse der Sennerei Fügen ist sie beantwortet: Alpentilsiter, Rahmlaib, Gipfelstürmer, Bauerngold, Jausnkas, Alpenkönig und Emmentaler führt der Betrieb übereinstimmend mit mikrobiellem Labaustauschstoff.

Die Milch

Roh, thermisiert oder pasteurisiert

Vor der Verarbeitung wird die Milch entweder erhitzt oder eben nicht. Drei Stufen sind üblich, und sie verändern Aroma wie Reifeverhalten:

  • Rohmilch — nicht über 40 °C erhitzt. Die milcheigene Mikroflora bleibt erhalten und trägt zum Aroma bei. Typisch für lang gereifte Hartkäse.
  • Thermisiert — schonend erhitzt, unterhalb der Pasteurisierung. Ein Mittelweg; der Graukäse im Sortiment wird aus thermisierter Magermilch hergestellt.
  • Pasteurisiert — vollständig erhitzt. Verlässlich in der Führung, aber die milcheigenen Keime fallen als Aromaquelle weg. Der Standard bei Schnittkäsen.

Die verlässlichste Regel für Rohmilchkäse

Der Hinweis „mit Rohmilch hergestellt" ist gesetzlich vorgeschrieben — geregelt in Anhang III, Abschnitt IX, Kapitel IV der EU-Verordnung 853/2004. Er muss unmittelbar bei der Verkehrsbezeichnung oder im Zutatenverzeichnis stehen, in einer Mindestschriftgröße von 1,2 Millimetern x-Höhe. Daraus folgt die praktische Faustregel: Steht der Hinweis nicht drauf, ist es kein Rohmilchkäse. Wer sich unsicher ist, sucht gezielt nach dieser Formulierung, statt aus der Sorte zu schließen.

Was noch auftauchen kann

Zusätze und Rindenbehandlung

Über die vier Grundzutaten hinaus sind einige Angaben zulässig und üblich. Sie sind kein Alarmzeichen, aber es lohnt sich zu wissen, wofür sie stehen:

  • Calciumchlorid — gleicht bei pasteurisierter Milch den Calciumverlust aus, damit das Lab sauber arbeitet. Taucht vor allem bei Weichkäse aus erhitzter Milch auf.
  • Rotkultur und Rotschmiere — Kulturen für die Oberflächenreifung. Sie geben würzigen Schnittkäsen ihren Charakter und die orangerote Rinde.
  • Gewürze und Rindenauflagen — Pfeffer, Chili, Heublumen, Bockshornklee. Sitzen entweder im Teig oder auf der Rinde; bei Rindenauflagen lohnt der Blick, ob die Rinde mitgegessen werden soll.
  • Konservierungsmittel und Farbstoffe — bei handwerklich hergestelltem gereiftem Käse unüblich. Wo sie auftauchen, lohnt der genauere Blick auf die Produktart.

Der Rest ist Verfahren, nicht Zutat

Ob aus derselben Milch ein milder Dorfkäse oder ein über 30 Monate gereifter Hartkäse wird, entscheiden Temperatur beim Dicklegen, Größe des Bruchs, Pressdruck, Salzung und Reifezeit. Deshalb sagt die Zutatenliste zwar, was drin ist — aber nicht, wie der Käse schmeckt. Dafür ist die Reifezeit die brauchbarere Angabe.

Praxis

Eine Zutatenliste in dreißig Sekunden lesen

  1. 1
    Milchart und BehandlungKuh, Schaf oder Ziege — und steht „pasteurisiert", „thermisiert" oder „mit Rohmilch hergestellt" dabei?
  2. 2
    Die Lab-Zeile„mikrobielles Lab", „tierisches Lab" oder gar kein Lab. Steht nur „Lab", bleibt die Frage offen.
  3. 3
    Die Länge der ListeVier bis fünf Einträge sind normal. Wird sie deutlich länger, lohnt der Blick, was dazugekommen ist.
  4. 4
    Hersteller und ReifezeitBeides steht nicht in der Zutatenliste, gehört aber dazu. Wer den Produzenten benennt, macht meist auch Angaben zu Milchart und Reifung.
Im Shop

Käse mit vollständigen Angaben

Bei jedem Käse im Sortiment stehen Zutatenliste, Milchart, Fettgehalt und Reifezeit auf der Produktseite — die vier Punkte von oben lassen sich also vor dem Kauf durchgehen.

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Passende Ratgeber

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Käse-Zutaten

Was ist in Käse drin?

Im Kern vier Zutaten: Milch, Milchsäurebakterienkulturen, Lab und Salz. Je nach Sorte kommen weitere Kulturen dazu — Rotkultur für würzige Schnittkäse, Edelschimmel für Schimmelkäse — sowie Gewürze im Teig oder auf der Rinde. Alles Weitere ist Verfahren, nicht Zutat.

Ist Bergkäse vegetarisch?

Das hängt vom Lab ab, nicht von der Sorte. Manche Bergkäse werden mit mikrobiellem Lab hergestellt und enthalten damit keinen tierischen Bestandteil, andere mit Lab aus dem Kälbermagen. Maßgeblich ist immer die Zutatenliste des konkreten Produkts. Für die Käse der Sennerei Fügen — Alpentilsiter, Rahmlaib, Gipfelstürmer, Bauerngold, Jausnkas, Alpenkönig und Emmentaler — weist der Betrieb übereinstimmend mikrobiellen Labaustauschstoff aus.

Wofür braucht man Lab im Käse?

Lab ist ein Enzym, das das Milcheiweiß gerinnen lässt: Aus flüssiger Milch entsteht eine schnittfeste Gallerte, aus der später der Bruch geschnitten wird. Ohne Lab geht es nur über Säuerung — so entstehen Sauermilchkäse wie Graukäse.

Ist Bergkäse Rohmilchkäse?

Nicht automatisch. Es gibt Bergkäse aus Rohmilch und solche aus pasteurisierter Milch. Verlässlich ist nur die Kennzeichnung: Der Hinweis „mit Rohmilch hergestellt" ist gesetzlich vorgeschrieben und muss bei der Verkehrsbezeichnung oder im Zutatenverzeichnis stehen. Steht er nicht drauf, ist es kein Rohmilchkäse.

Was bedeutet „thermisiert"?

Die Milch wurde schonend erhitzt, aber unterhalb der Pasteurisierungstemperatur — ein Mittelweg zwischen Rohmilch und pasteurisierter Milch. Im Sortiment wird der Graukäse aus thermisierter Magermilch hergestellt.

Wozu dient Calciumchlorid im Käse?

Es gleicht bei pasteurisierter Milch den Calciumverlust aus, der beim Erhitzen entsteht — sonst arbeitet das Lab nicht sauber und der Bruch wird zu weich. Es ist ein technologischer Hilfsstoff, kein Geschmacksträger.

Woran erkennt man Käse mit natürlichen Zutaten?

An der Kürze der Liste. Milch, Salz, Lab und Kulturen — mehr braucht ein gereifter Käse nicht. Farbstoffe, Konservierungsmittel oder Schmelzsalze deuten darauf hin, dass es sich um eine Zubereitung oder Schmelzkäse handelt und nicht um gereiften Käse im engeren Sinn.

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