Tiroler Feiertagskalender: Was kommt wann auf den Tisch?
Von Mariä Himmelfahrt bis zum Stefanitag — das österreichische Feiertagsjahr ist auch ein Genussjahr. Wer weiß, was zu welchem Tag traditionell auf den Tisch kommt, der feiert anders. Konkreter. Mit mehr Duft in der Küche und mehr Geschichte im Mund.
Dieser Kalender führt dich chronologisch durch die zweite Jahreshälfte 2026. Pro Feiertag: Woher kommt der Brauch, was gehört traditionell dazu — und welche Tiroler Produkte passen konkret.

15. August 2026 — Mariä Himmelfahrt und die Kräuterweihe
Mariä Himmelfahrt ist in Österreich gesetzlicher Feiertag und einer der ältesten Brauchtumstage des Kirchenjahres. Der Brauch der Kräuterweihe geht auf das frühe Mittelalter zurück: Kräuterbuschen aus bis zu 77 Wildkräutern — Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Baldrian — werden zur Messe getragen und geweiht. Der Duft dieser Buschen, wenn die Augustsonne drauf steht, ist unverwechselbar: herb, harzig, ein bisschen wie Heu und Wald zugleich.
Der Nachmittag danach ist klassische Jausn-Zeit. Lange Tische, Familie, Sommerluft — und ein Brett, das sich gewaschen hat.
Was passt? Die Sennbutter aus dem Zillertal, frisch aufs dunkle Bauernbrot. Dazu Bauernkäse, der noch nach Alm schmeckt, und ein paar Scheiben Karreespeck — der magerste, feinste Schnitt vom Speck aus dem Zillertal. Zum Abschluss die Milchschokolade Bergmarille: Tiroler Bergmarille trifft auf Alpenmilch, ein Stück Sommer in der Folie.
➜ Mehr Ideen für die Sommer-Jausn am 15. August: Mariä Himmelfahrt — die Tiroler Sommer-Jausn
26. Oktober 2026 — Nationalfeiertag: Österreich am Tisch
Der Nationalfeiertag erinnert an die immerwährende Neutralität Österreichs, beschlossen am 26. Oktober 1955. Kein Schlachtgedenken, kein Siegesfest — ein Tag der Besinnung, der gut zu einem ausgedehnten Brunch passt.
Traditionell ist es ein gemächlicher Vormittag: Zeitungen, Familie, und eine Tafel, die nicht in Eile gedeckt wird. Bergkäse, Grammelschmalz aufs Brot, Kaminwurzen dazu — deftig, ehrlich, ohne Schnickschnack. Der Bergkäse aus dem Zillertal hat nach mindestens vier Monaten Reife einen würzigen, nussigen Kern. Das Grammelschmalz — gerendert aus Schweinebauch, mit Zwiebel eingearbeitet — schmiert sich dunkelgolden und duftet nach Landgasthof.
Für Kasnudel-Fans: Unser Rezept für Tiroler Käsespätzle passt auch gut in den Nationalfeiertag-Mittag.
➜ Der vollständige Brunch-Plan: Nationalfeiertag — Tiroler Brunch
1. November 2026 — Allerheiligen: Nach dem Friedhofsgang
Allerheiligen ist still. Man geht zum Friedhof, zündet Kerzen an, und kommt mit kalten Händen und einem leeren Magen nach Hause. Was dann auf den Tisch kommt, hat Tradition.
Der Allerheiligen-Striezel ist das bekannteste Symbol: ein süßes Hefegebäck, das Bäcker in ganz Österreich in dieser Woche auslegen. In vielen Familien gibt es daneben eine kräftige Suppe — die Wärme nach dem Gang durch die Novemberluft. Eine Tiroler Brezensuppe wärmt schnell und gründlich: Rezept Tiroler Brezensuppe.
Zum Abendbrot dann die deftige Variante: Kaminwurzen, Bauernkäse, Grammelschmalz. Produkte, die sich halten und die niemand lange vorbereiten muss — weil der Tag schon genug verlangt hat.
➜ Rezepte und Tischideen für Allerheiligen: Allerheiligen — Striezel & Suppe
6. Dezember 2026 — Nikolaus: Das Sackerl, das zählt
Der Nikolausabend am 5. Dezember ist für Kinder der aufregendste Abend des Vorwinters. Der Brauch geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück, der im 4. Jahrhundert für seine Freigebigkeit bekannt war. In Österreich kommt der Nikolaus mit dem Buch, liest auf und verteilt Sackerln: Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen — und heute auch Schokolade.
Ein Sackerl mit der Milchschokolade Bergmarille trifft jeden Geschmack. Die Tafel riecht nach Marille und Alpenmilch, bricht sauber und schmilzt langsam — kein billiger Deckfettschmelz, echte Schokolade.

Fenstertag 2026 — Montag, 7. Dezember: Mariä Empfängnis fällt 2026 auf einen Dienstag (8. Dezember). Der Montag davor ist Fenstertag — wer ihn nutzt, hat vier freie Tage am Stück. Zeit für ein ausgedehntes Familienessen, ein Nikolausdinner ohne Eile.
Was kommt auf den Tisch? Kaspressknödel in Suppe — unser Rezept dazu — oder Speckknödel, klassisch und sättigend (Rezept Speckknödel). Dazu Karreespeck vom Brett und Bergkäse in dicken Scheiben.
➜ Das Nikolaus-Familienmenü im Detail: Nikolo-Abend — Familienmenü
8. Dezember 2026 — Mariä Empfängnis und der Barbarazweig
Mariä Empfängnis ist gesetzlicher Feiertag. Unmittelbar davor, am 4. Dezember (Barbaratag), werden in vielen Tiroler Haushalten Kirschzweige ins Wasser gestellt — die sogenannten Barbarazweige. Blühen sie bis Weihnachten auf, gilt das als gutes Zeichen. Ein stiller, schöner Brauch.
Der 8. Dezember selbst ist oft der erste Ausflug in die Weihnachtsmärkte. Wer lieber zuhause bleibt, dem sei ein Brett empfohlen: Bauernkäse, Kaminwurzen, Grammelschmalz, Roggenbrot — und die Schokolade als Abschluss. Unsere Genusspakete eignen sich hier als Geschenk-Idee, wenn man mit leeren Händen zur Familie fährt.
24.–26. Dezember 2026 — Heiligabend, Christtag, Stefanitag
Die drei Weihnachtstage folgen aufeinander und verlangen je ein anderes Tempo.
Heiligabend (24. Dezember) ist in Österreich der emotionalste Tag. In vielen Familien wird kein großes Fleischgericht gekocht — statt Festmahl gibt es Wurstbrot, Würstel aus der Pfanne, oder eine Suppe. Gauderwurst oder Bratwurst in der Pfanne angebraten, mit Senf und Brot: schnell, warm, unkompliziert — weil der Abend ohnehin voll ist.
Christtag (25. Dezember) ist der große Festtag. Hier kommt auf den Tisch, wofür man sich Zeit genommen hat. Kaspressknödel in Suppe, Speckknödel, oder ein Braten — begleitet von Bergkäse und Bauernbrot für jene, die nach dem Kirchgang erst einmal einen kleinen Hunger haben.
Stefanitag (26. Dezember) gehört den Resten und dem Wiedersehen. Kalter Braten, Käse vom Vortag, Kaminwurzen aus dem Kühlschrank, Grammelschmalz aufs Brot — und das ist ehrlich gesagt oft das Beste an den ganzen Feiertagen. Kein Aufwand, viel Geschmack.
➜ Rezepte und Tischpläne für alle drei Weihnachtstage: Christtag & Stefanitag — Familienessen
Die Produkte, die sich durchs Jahr ziehen
Kein Feiertag ohne Brett. Und kein Brett ohne ein paar verlässliche Konstanten:
- Karreespeck aus dem Zillertal — der magerste Schnitt, würzig und fest. Passt zu Mariä Himmelfahrt genauso wie zum Heiligabend-Wurstbrot.
- Bergkäse aus dem Zillertal — mindestens vier Monate gereift, nussig, mit kleinen Kristallen im Kern. Tisch-Anker durch das ganze Halbjahr.
- Sennbutter — kalt aufs Brot oder als Basis für warme Küche. Im Sommer nach der Kräuterweihe, im Winter nach dem Kirchgang.
- Grammelschmalz — dunkelgolden, aromatisch, für den Moment nach dem Friedhofsgang.
- Kaminwurzen — geräuchert, handlich, lagerfähig. Das Jausn-Werkzeug für jeden Feiertag.
- Milchschokolade Bergmarille — das Nikolaus-Sackerl, der Weihnachtsgruß, das Taferl zum Stefanitag-Brett.
- Gauderwurst & Bratwurst — für die Pfanne am Heiligabend, wenn es schnell gehen soll und trotzdem gut sein muss.
Wer gleich für mehrere Feiertage vorsorgen will: Unsere Genusspakete kombinieren Käse, Speck, Wurst und Aufstriche in einer Box — als Geschenk oder für den eigenen Tisch.
Feiertage brauchen keine perfekte Küche. Sie brauchen gute Produkte, ein bisschen Wissen um den Brauch dahinter — und Menschen, mit denen man isst. Der Rest ergibt sich von selbst.
Griaß di — und a guade Feiertagstafel wünscht dir TIROLISH.
