G'schmackig///Rezepte///Gurkensalat mit Sauerrahm: so wird er nicht wässrig

Rezepte

Gurkensalat mit Sauerrahm: so wird er nicht wässrig

12. August 2026 5 Min. LesezeitAktualisiert 12.08.2026

Gurkensalat mit Sauerrahm in einer Keramikschüssel: hauchdünn gehobelte Gurkenscheiben in cremigem Dressing mit Dill, daneben frischer Dill und ein Gurkenhobel

Gurkensalat mit Sauerrahm steht und fällt mit einem Schritt, der im Rezept oft fehlt: Die gehobelte Gurke wird gesalzen, zieht 15 bis 20 Minuten und wird dann kräftig ausgedrückt. Erst danach kommt das cremige Dressing aus Sauerrahm, Knoblauch und Dill dazu — und bleibt cremig, statt nach zehn Minuten in Gurkenwasser zu schwimmen. Alles andere ist in einer Viertelstunde gemacht.

Der Salat gehört in Österreich zur kalten Jause — die Jause selbst: Tiroler Brettljause ansehen

Im Guide
  1. Einordnung
  2. Zutaten
  3. Zubereitung
  4. Die Wasserfrage
  5. Varianten
  6. Was dazu passt
  7. Wenn etwas schiefgeht
  8. Häufige Fragen
Einordnung

Was den österreichischen Gurkensalat ausmacht

In Österreich gibt es zwei Schulen: den klaren Gurkensalat mit Essig, Öl und viel Pfeffer — und den rahmigen mit Sauerrahm, der zur Jause, zu Paniertem und zu deftigen Hauptgerichten gehört. Der Sauerrahm bringt zwei Dinge mit, die Joghurt oder Schlagobers nicht haben: eine feine Säure, die die Gurke frisch hält, und genug Bindung, dass das Dressing an den dünnen Scheiben haftet.

Entscheidend ist die Schnittstärke: hauchdünn gehobelt, nicht in dicke Scheiben geschnitten. Dünne Blätter nehmen das Dressing auf und werden mürb-zart; dicke Scheiben bleiben wässrige Stücke in weißer Sauce.

Das Rezept

Zutaten für vier Personen

  • 2 Salatgurken (zusammen rund 800 g)
  • 1 TL Salz zum Entwässern
  • 250 g Sauerrahm (1 Becher)
  • 1–2 EL milder Essig (Apfel- oder Weißweinessig)
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1/2 Bund Dill, fein geschnitten (oder Schnittlauch)
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Wer es kräftiger mag, hobelt eine kleine Zwiebel mit. Für die leichtere Fassung lässt sich die Hälfte des Sauerrahms durch Naturjoghurt ersetzen — das Dressing wird dünner, aber frischer.

Schritt für Schritt

Die Zubereitung

  1. 1
    Gurken hobelnWaschen und hauchdünn hobeln — mit dem Gurkenhobel oder der Mandoline. Schälen ist Geschmackssache: Mit Schale bleibt der Salat grüner und bissfester.
  2. 2
    Salzen und ziehen lassenDie Scheiben mit dem Teelöffel Salz mischen und 15 bis 20 Minuten stehen lassen. Das Salz zieht das Wasser aus der Gurke — genau das Wasser, das sonst später das Dressing verdünnt.
  3. 3
    Kräftig ausdrückenPortionsweise mit den Händen auspressen, bis nichts mehr tropft. Nicht zaghaft sein — die Gurke nimmt keinen Schaden, sie wird dadurch erst zart.
  4. 4
    Dressing anrührenSauerrahm mit Essig, Knoblauch, Zucker, Salz und Pfeffer glatt rühren, den Dill unterheben. Erst abschmecken, dann mischen — die ausgedrückte Gurke bringt ihr Salz schon mit.
  5. 5
    Mischen und kurz ziehen lassenGurke unters Dressing heben, zehn Minuten kalt stellen. Länger muss nicht — der Salat ist kein Vorratsgericht, er ist am selben Tag am besten.

Die Wasserfrage: drei Wege, ein Unterschied

Frisch und sofort

Ohne Salzen direkt anmachen und servieren. Funktioniert — aber nur für die ersten zehn Minuten, dann steht das Dressing im Gurkenwasser. Für den schnellen Teller, nicht für den Tisch.

Gesalzen und ausgedrückt

Der verlässliche Weg: 15 bis 20 Minuten ziehen, kräftig auspressen. Das Dressing bleibt cremig, der Salat hält auch eine Stunde auf dem Jausentisch durch.

Zu lange gezogen

Über Nacht im Dressing wird jede Gurke weich und grau, gesalzen oder nicht. Wer vorbereiten will, lagert Gurke und Dressing getrennt und mischt kurz vorm Essen.

Abwandlungen

Vier Varianten mit Tradition

Steirisch mit Kernöl

Ein Löffel Kürbiskernöl über den fertigen Salat — nussig, dunkelgrün, und die bekannteste regionale Abwandlung.

Mit Joghurt, leichter

Halb Sauerrahm, halb Naturjoghurt, dafür ein Spritzer Zitrone statt Essig. Frischer und dünner — gut zu scharfen Gerichten.

Mit Knoblauch, kräftig

Zwei bis drei Zehen statt einer. So gehört er zu Gegrilltem — und bleibt ein Bekenntnis für den Rest des Abends.

Und der Dill? Er ist die klassische Wahl, aber kein Muss. Schnittlauch macht den Salat milder und passt besser, wenn er neben würzigem Käse oder Speck auf dem Jausentisch steht.

Wozu er gehört

Was zum Gurkensalat passt

Der rahmige Gurkensalat ist in Österreich die Beilage zu Paniertem — Schnitzel, Cordon bleu, gebackener Käse — und der frische Gegenpol auf dem Jausentisch: Neben Speck, würzigem Bergkäse und dunklem Brot übernimmt er die Rolle, die sonst das Sauergemüse hat, nur cremiger. Zur Brettljause passt er besser als jeder Blattsalat, weil er sich aufs Brot legen lässt.

Wenn etwas schiefgeht

Die drei typischen Probleme

Der Salat schwimmt im Wasser

Ursache: Gurke nicht gesalzen und ausgedrückt — oder zu dick geschnitten.

Lösung: Hauchdünn hobeln, salzen, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen, kräftig auspressen. Ist es schon passiert: abgießen und einen Löffel frischen Sauerrahm unterheben.

Das Dressing schmeckt fad

Ursache: Sauerrahm allein bringt Säure, aber wenig Tiefe.

Lösung: Die Prise Zucker nicht weglassen — sie hebt die Gurke. Dazu frisch gemahlener Pfeffer und ein kräftiger Schuss Essig. Erst nach dem Ziehen endgültig abschmecken.

Bitterer Nachgeschmack

Ursache: Bitterstoffe sitzen am Stielende und in der Schale mancher Gurken.

Lösung: Die Enden großzügig abschneiden und kosten, bevor die ganze Gurke gehobelt wird. Bittere Exemplare schälen.

Die Jause zum Salat

Der Gurkensalat ist der frische Teil des Jausentischs — den deftigen liefern Speck, Kaminwurzen und würziger Käse. Beides zusammen ist die klassische österreichische Sommerjause.

Brettljause ansehen
Weiterlesen

Passende Ratgeber

FAQ

Häufige Fragen

Muss man die Gurke für Gurkensalat salzen?

Für den rahmigen Salat: ja. Das Salz zieht in 15 bis 20 Minuten das Wasser aus den dünnen Scheiben, das sonst das Dressing verdünnt. Wer den Salat in den ersten zehn Minuten isst, kann darauf verzichten — für den Jausentisch, der länger steht, ist das Salzen der verlässliche Weg.

Warum wird Gurkensalat mit Sauerrahm wässrig?

Gurken bestehen zu über 95 Prozent aus Wasser, und Salz im Dressing zieht es heraus — direkt in die Sauce. Deshalb wird die Gurke vorher gesalzen und ausgedrückt: Dann ist das Wasser draußen, bevor das Dressing kommt.

Sauerrahm, Joghurt oder Crème fraîche — was ist besser?

Sauerrahm ist der Klassiker: genug Säure, genug Bindung, nicht zu fett. Joghurt macht das Dressing leichter und dünner, Crème fraîche schwerer und milder. Ein guter Mittelweg für die leichte Fassung: halb Sauerrahm, halb Joghurt.

Wie lange hält Gurkensalat mit Sauerrahm?

Fertig angemacht einen Tag im Kühlschrank — dann wird die Gurke weich und das Dressing dünn. Besser getrennt vorbereiten: ausgedrückte Gurke und Dressing halten je zwei Tage und sind in einer Minute gemischt.

Welcher Essig passt ins Sauerrahm-Dressing?

Ein milder: Apfelessig oder Weißweinessig. Dunkler Balsamico färbt das Dressing und drängt sich geschmacklich vor. Wer es ganz mild will, nimmt stattdessen einen Spritzer Zitronensaft.

Gurkensalat mit oder ohne Knoblauch?

Der Klassiker enthält eine gepresste Zehe — genug für die Tiefe, ohne alles zu dominieren. Zu Gegrilltem dürfen es mehr sein, auf dem Jausentisch neben würzigem Käse eher weniger.

Mehr aus der Rubrik Rezepte – oder zurück ins Magazin.