Alle vier Tafeln von Tiroler Edle folgen demselben Bauprinzip: eine dünne Schokoladenhülle um eine Füllung, die 46 Prozent des Gewichts ausmacht. Das ist fast die Hälfte — und der Grund, warum sie sich beim Essen eher wie eine Praline verhalten als wie eine Tafel. Der Unterschied zwischen den Sorten liegt entsprechend weniger in der Schokolade als in dem, was darin steckt.
Das Prinzip
Was die vier Tafeln eint
Bei gefüllten Tafeln ist die Hülle oft Nebensache und die Füllung eine dünne Schicht. Hier ist es umgekehrt gewichtet — und daraus ergeben sich drei Merkmale, die für alle vier gelten.
Bei jeder der vier Sorten. Die Füllung ist damit fast gleichwertig zur Schokolade, nicht ihr Beiwerk. Wer eine klassische Tafel erwartet, wird überrascht — es ist näher an einer Praline in Tafelform.
Die Milch kommt vom Tiroler Grauvieh. Eine alte heimische Rinderrasse — eine Angabe, die man bei Schokolade selten so konkret findet. Sie steht bei den Sorten mit Milchanteil ausdrücklich auf der Packung.
Zwei Kakaostufen. Milchschokolade mit mindestens 39 Prozent, Edelbitter mit mindestens 60 Prozent. Die dunklere Hülle bekommt die kräftigeren Füllungen, die hellere die fruchtigen.
Die Auswahl
Vier Sorten im Vergleich
| Tafel | Kakao | Die Füllung |
|---|---|---|
| Bergmarille | 39 % | Marillencreme mit 5 % Marillenmark und 2 % Marillenbrand. Fruchtsäure gegen die Milchsüße |
| Erdbeer & Bergminze | 39 % | 12 % Erdbeermark, ein Hauch Erdbeerlikör und Minze-Extrakt. Fruchtig mit frischer Kräuternote |
| Alpenkräuter-Karamell | 60 % | Rose, Ringelblume, Holunder, Mädesüß und Minze im Karamell, mit 13 % Frischrahm und Honig |
| Joghurt & Preiselbeeren | 60 % | 8 % Vollmilchjoghurt und 4 % wilde Preiselbeeren. Säure und Frische gegen die dunkle Bitterkeit |
Marillencreme mit 5 % Marillenmark und 2 % Marillenbrand
12 % Erdbeermark, ein Hauch Erdbeerlikör und Minze-Extrakt
Rose, Ringelblume, Holunder, Mädesüß und Minze im Karamell
8 % Vollmilchjoghurt und 4 % wilde Preiselbeeren
Das Muster dahinter ist konsequent: Die beiden fruchtig-süßen Füllungen sitzen in Milchschokolade, die beiden mit Säure oder Kräuterwürze in Edelbitter. Eine Preiselbeerfüllung in Milchschokolade wäre süß auf süß — in der dunklen Hülle wird daraus ein Gegensatz.
Die Auswahlhilfe
Welche für wen
Zum Verschenken
Die Bergmarille ist die zugänglichste — Milchschokolade und Marille verstehen alle. Für jemanden, dessen Geschmack man nicht kennt, die sicherste Wahl.
Für Dunkelschokolade-Trinker
Alpenkräuter-Karamell. Sechzig Prozent Kakao mit einer floral-würzigen Füllung, die man so kaum anderswo findet. Die eigenwilligste der vier.
Als Abschluss einer Jause
Joghurt und Preiselbeeren. Die Säure schneidet durch das Fett von Käse und Speck — dieselbe Logik wie beim Sauergemüse auf dem Brett.
Kein Schokolade, aber daneben
Alpencaramellen
Von einem anderen Hersteller, aber im selben Regal: Die Alpencaramellen von Essenz der Alpen werden in Innsbruck hergestellt. Weiche, zartschmelzende Karamellen mit einer Salznote aus Alpen Fleur de Sel.
Der Salzanteil ist der Grund, warum sie nicht nur süß schmecken. Salz verstärkt die Wahrnehmung von Karamellaromen und bricht gleichzeitig die reine Süße — deshalb wirken gesalzene Karamellen voller als ungesalzene, obwohl sie weniger süß sind.
Ein Hinweis
Gefüllte Tafeln sind empfindlicher
Mit 46 Prozent Füllung reagieren diese Tafeln stärker auf Wärme als reine Schokolade. Die Füllung wird früher weich als die Hülle, und bei starken Temperaturschwankungen zeigt sich das an der Oberfläche.
Für die Lagerung heißt das: 15 bis 18 Grad, dunkel und trocken, und im Sommer nicht im Auto vergessen. Wie sich Fettreif von Zuckerreif unterscheidet und warum der Kühlschrank meist die schlechtere Lösung ist, steht ausführlich im Artikel über das Lagern von Schokolade.
+++ Passend dazu
Tiroler Edle im Shop
Alle vier Tafeln sind einzeln erhältlich. Für den Einstieg ist die Bergmarille die naheliegendste, für Liebhaber dunkler Schokolade die Alpenkräuter-Karamell. Die Alpencaramellen kommen in einer Geschenkdose.
Häufige Fragen
Tiroler Edle: Fragen und Antworten
Was ist besonders an Tiroler Edle?
Der hohe Füllungsanteil von 46 Prozent bei allen vier Tafeln — die Füllung ist damit fast gleichwertig zur Schokolade statt eine dünne Schicht. Dazu die Milch vom Tiroler Grauvieh, einer alten heimischen Rinderrasse, die bei den Sorten mit Milchanteil ausdrücklich ausgewiesen ist.
Welche Sorte ist die mildeste?
Die Milchschokolade mit Tiroler Bergmarille. Mindestens 39 Prozent Kakao und eine fruchtige Marillencreme — zugänglich und ohne Ecken. Die kräftigste ist die Edelbitterschokolade mit Alpenkräuter-Karamell mit 60 Prozent Kakao und einer floral-würzigen Füllung.
Warum sitzen manche Füllungen in dunkler Schokolade?
Weil sie Säure oder Kräuterwürze mitbringen und einen Gegenspieler brauchen. Joghurt mit Preiselbeeren in Milchschokolade wäre süß auf süß; in Edelbitter mit 60 Prozent entsteht ein Kontrast. Umgekehrt würde die dunkle Hülle eine reine Fruchtsüße erschlagen.
Ist in der Marillenschokolade Alkohol?
Ja, 2 Prozent Marillenbrand in der Füllung — das steht so in der Zutatenliste. Auch die Erdbeer-Bergminze-Sorte enthält einen Anteil Erdbeerlikör. Die beiden Edelbittersorten kommen ohne aus.
Wie lagert man gefüllte Tafeln?
Bei 15 bis 18 Grad, dunkel und trocken. Gefüllte Tafeln sind empfindlicher als reine Schokolade, weil die Füllung früher weich wird als die Hülle. Der Kühlschrank ist meist die schlechtere Lösung — dort entsteht beim Herausnehmen Kondenswasser.
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