Der Almauftrieb findet in Tirol meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juni statt — je nach Höhenlage der Alm zwischen Anfang Mai und Ende Juni, häufig um Pfingsten. Je höher die Alm liegt und je schneereicher der Winter war, desto später. Im Herbst folgt der Almabtrieb zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Dazwischen liegt der Almsommer: rund vier bis fünf Monate.
Wann die Kühe auf die Alm kommen
Einen fixen Kalendertag gibt es nicht. Der Almauftrieb richtet sich danach, wann auf der jeweiligen Alm genug gewachsen ist — und das hängt von Höhe, Ausrichtung und Winterverlauf ab. Tiefer gelegene Almen sind früher dran, hochgelegene manchmal einen Monat später.
| Ereignis | Zeitraum | Was den Termin verschiebt |
|---|---|---|
| Almauftrieb | meist Mitte Mai bis Mitte Juni | Höhenlage, Schneelage, Vegetationsstand |
| Spanne insgesamt | Anfang Mai bis Ende Juni | tiefe Almen früh, hohe Almen spät |
| Almabtrieb | Mitte September bis Mitte Oktober | Wetterumschwung, erster Schnee |
| Almsommer | rund 4 bis 5 Monate | ergibt sich aus beiden Terminen |
Pfingsten ist der brauchbarste Anhaltspunkt. Viele Auftriebe liegen in dieser Woche, weil das Gras auf mittleren Lagen dann weit genug ist. Wer einen Auftrieb sehen will, fragt aber besser direkt beim Tourismusverband der Region nach — der genaue Tag wird oft kurzfristig festgelegt.
Warum überhaupt auf die Alm
Almwirtschaft ist keine Folklore, sondern Betriebswirtschaft. Sie erweitert die Futterflächen um Weiden, die für Ackerbau oder Mähwiesen unbrauchbar sind — genutzt werden meist Flächen oberhalb von etwa 1.000 Metern Seehöhe. Im Tal wird währenddessen Platz frei: Dort wächst das Winterfutter, während die Tiere oben sind.
Dazu kommt die Landschaftspflege. Ohne Beweidung verbuscht eine Almweide innerhalb weniger Jahre. Die offenen Flächen, die als typisches Bild der Alpen gelten, sind das Ergebnis jahrhundertelanger Nutzung — nicht ihr Gegenteil.
Nicht nur Kühe
Aufgetrieben werden je nach Alm Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen. Milchkühe sind dabei die Minderheit: Viele Almen halten Jungvieh, das nicht gemolken wird. Das ist mit ein Grund, warum nicht auf jeder Alm gekäst wird.
Nur auf der Almsennerei beginnt eine Saison
Wo auf der Alm selbst gekäst wird, ist der Auftrieb auch der Start der Käseproduktion. Das betrifft aber nur eine kleine Minderheit der Almen — und es gilt ausdrücklich nicht für Sennereien im Tal.
Auf einer Sennalm zieht der Betrieb mit dem ganzen Haushalt mit — Ausrüstung, Vorräte, Kessel. Ein kleiner Umzug für einen ganzen Sommer.
Dort geht mit dem Auftrieb die Käserei in Betrieb: Schon am ersten Tag wird aus der frischen Milch Butter und Käse hergestellt.
Eine Talsennerei arbeitet das ganze Jahr durch. Sie bekommt ihre Milch täglich von den Höfen der Region — unabhängig davon, ob die Tiere gerade auf der Alm stehen oder im Tal.
Almsennereien sind die Ausnahme geworden: In Tirol verarbeiten heute rund 50 von über 2000 bewirtschafteten Almen die Milch direkt vor Ort. Auf allen übrigen wird gemolken und die Milch ins Tal gebracht. Der Almauftrieb ist deshalb ein Termin der Weidewirtschaft — kein Startschuss für die Käseherstellung. Mehr dazu unter Sennerei: was das ist und wie sie arbeitet.
Der Almabtrieb und der Schmuck
Zwischen Mitte September und Mitte Oktober kommen die Tiere zurück ins Tal. Der Termin richtet sich nach dem Wetter — ein früher Wintereinbruch zieht ihn vor. In vielen Orten wird der Abtrieb zum Fest, mit Musik, Markt und Bewirtung.
Die Tiere werden dabei geschmückt: mit Kopfschmuck aus Zweigen, Blumen und Bändern. Der Brauch geht auf Dankbarkeit zurück — dafür, dass Tiere und Menschen den Sommer gut überstanden haben — und auf die Vorstellung, dass der Schmuck böse Geister fernhält und die Herde auf dem Heimweg schützt.
Der Auftrieb ist der stillere Termin
Während der Almabtrieb vielerorts ein öffentliches Fest ist, läuft der Auftrieb im Frühsommer meist ohne Publikum ab. Wer ihn erleben will, muss gezielt suchen — und früh aufstehen.
Was das für Milch und Käse bedeutet
Almmilch gilt als besonders — und daran ist etwas dran, aber weniger eindeutig, als Werbung nahelegt. Auf der Alm fressen die Tiere frisches Gras und Kräuter statt konservierten Futters; Fütterung, Jahreszeit und Verarbeitung können das Aromaprofil der Milch beeinflussen.
Der Geschmack eines Käses entsteht aber aus mehreren Faktoren, und die Reifung wiegt am Ende schwerer als die Jahreszeit. Ein sechs Monate gereifter Bergkäse aus Talmilch schmeckt intensiver als ein junger Käse aus Almmilch. Wer Aroma sucht, achtet zuerst auf Reifegrad und Sorte.
Silofrei ist die verlässlichere Angabe
Wichtiger als die Frage Alm oder Tal ist die Fütterung: silofrei bedeutet frisches Gras im Sommer und Heu im Winter, keine vergorene Silage. Das ist die Voraussetzung für Heumilch — und es ist eine überprüfbare Angabe, anders als der Anklang von „Alm" auf einer Packung.
Käse aus silofreier Heumilch
Das Zillertaler Sortiment kommt aus Talsennereien, die silofreie Heumilch aus der Region verarbeiten — mit nachvollziehbaren Angaben zu Milchherkunft, Fütterung und Reifung. Wer den kräftigen Almgeschmack sucht, findet ihn am ehesten über den Reifegrad, nicht über die Meereshöhe.
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Häufige Fragen zum Almauftrieb
Wann ist der Almauftrieb in Österreich?
Meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, je nach Höhenlage der Alm zwischen Anfang Mai und Ende Juni — häufig um Pfingsten. Einen fixen Kalendertag gibt es nicht: Entscheidend ist, wann auf der jeweiligen Alm genug gewachsen ist.
Ab wann sind die Kühe auf der Alm?
Auf tiefer gelegenen Almen ab Anfang bis Mitte Mai, auf hochgelegenen teils erst Ende Juni. Je höher die Alm liegt und je schneereicher der Winter war, desto später kommen die Tiere hinauf. Sie bleiben dann rund vier bis fünf Monate.
Wann kommen die Kühe wieder von der Alm?
Beim Almabtrieb zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Der genaue Termin hängt vom Wetter ab — ein früher Wintereinbruch zieht ihn vor. In vielen Orten wird der Abtrieb als Fest begangen.
Warum werden die Tiere beim Abtrieb geschmückt?
Aus Dankbarkeit dafür, dass Tiere und Menschen den Almsommer gut überstanden haben, und nach altem Glauben, weil der Schmuck böse Geister fernhalten und die Herde auf dem Heimweg schützen soll. Beim Auftrieb im Frühsommer wird dagegen üblicherweise nicht geschmückt.
Welche Tiere kommen auf die Alm?
Je nach Alm Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen. Milchkühe sind dabei nicht die Mehrheit — viele Almen halten Jungvieh, das nicht gemolken wird. Genutzt werden meist Weideflächen oberhalb von etwa 1.000 Metern.
Wird auf der Alm noch Käse gemacht?
Nur auf wenigen. In Tirol verarbeiten rund 50 von über 2000 bewirtschafteten Almen die Milch direkt vor Ort; dort beginnt mit dem Auftrieb tatsächlich die Käsesaison. Auf allen anderen wird gemolken und die Milch ins Tal gebracht. Sennereien im Tal produzieren dagegen ganzjährig — für sie ist der Almauftrieb kein Einschnitt.
Schmeckt Käse aus Almmilch anders?
Fütterung, Jahreszeit und Verarbeitung können das Aromaprofil der Milch beeinflussen. Der Geschmack eines Käses entsteht aber aus mehreren Faktoren, und die Reifung wiegt am Ende schwerer als die Jahreszeit. Wer Aroma sucht, achtet zuerst auf Reifegrad und Sorte.
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