Vegetarische Brettljause: Käse statt Speck

Vegetarische Brettljause: Käse statt Speck - TIROLISH

Vegetarische Brettljause: Käse statt Speck

Manchmal braucht ein Brett keinen Speck. Drei Käse in unterschiedlichen Reifegraden, dazu Sennbutter, ein bisschen Mostarda und Honig — das ist keine Notlösung, das ist eine eigenständige Marend.

Heublumenkäse - TIROLISH

Drei Reifegrade — warum das wichtiger ist als zwei Sorten

Wer ein Käsebrett mit zwei ähnlichen Käsen bestückt, schenkt sich nichts. Spannend wird es, wenn mild, würzig und kräftig nebeneinander liegen — dann kann jeder Bissen anders ausfallen.

Der Heublumenkäse der Zillertal Sennerei steht für den milden Einstieg: seine Rinde ist mit getrockneten Almblumen und Kräutern belegt, der Teig weich, der Duft leicht blumig. Er löst sich fast auf der Zunge, bevor er Geschmack abgibt. Mit dem DLG-Gold 2020 und Lyon Gold 2025 ausgezeichnet — kein Zufallstreffer.

Der Bergkäse fein-würzig (8–10 Monate gereift) übernimmt die Mitte. An der Schnittstelle zur Reife: noch cremig im Kern, an den Kanten leicht kristallin. Nussig, mit einem Hauch Schärfe, die sich erst im Abgang zeigt.

Der Schmugglerkas — ein Rotschmierkäse aus dem Zillertal — schließt den Bogen kräftig ab. Rötlich-gewachste Rinde, gelbe Masse mit feiner Lochung, Geruch der sofort sagt: das ist kein Weichkäse für Anfänger. Auf Schwarzbrot mit einer Walnusshälfte drauf: ein eigener Gang.

Schmugglerkas - TIROLISH

Was das Brett erst rund macht

Käse allein ist Käse. Was das Brett zur Jausn macht, sind die Begleiter.

Sennbutter — frisch aufgeschlagen, fast weiß, mit dem leichten Sauerrahm-Ton — gehört neben jeden Käse. Kein Ersatz, kein Kompromiss: einfach Butter, wie sie aus der Sennerei kommt.

Dazu die Birnen-Quitten-Mostarda mit Trüffel: fruchtig, leicht scharf von den Senfkörnern, mit dem erdigen Trüffelton im Hintergrund. Zum Heublumenkäse passt sie besonders — die Blumigkeit des Käses und die Frucht der Mostarda spielen zusammen, ohne sich zu überdecken.

Der Honig mit Nüssen gehört zum Schmugglerkas. Honig und kräftiger Käse — klassisch, weil es funktioniert. Ein kleiner Löffel reicht.

Frisches: Radieschen in Scheiben, eingelegte rote Zwiebeln (kurz in Apfelessig und Salz gezogen), Walnüsse. Schwarzbrot oder ein rustikales Bauernbrot in dicken Scheiben.

Mengen und Temperatur

Käse kommt 30–45 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Nicht länger, gerade im Sommer — aber kalt schmeckt kein Käse nach viel. Bei Raumtemperatur öffnen sich die Aromen, die Textur wird zugänglicher.

Pro Person rechnet man auf einem Käsebrett grob 80–120 g Käse gesamt. Wer das Brett als vollständige Marend plant, eher gegen 150 g. Genauere Mengenangaben für jede Brettljausen-Größe findest du in unserem Mengen-Rechner.

Und zu trinken? Im Sommer muss es kein Bier sein. Ein kühler Holundersaft — leicht gespritzt — passt zu jedem der drei Käse, ohne zu konkurrieren. Was sonst noch auf die vegetarische Brettljause zu trinken gehört, liest du hier.

Das Brett aufbauen

Kein festes Rezept, aber eine sinnvolle Reihenfolge: mild links, kräftig rechts. Butter in der Mitte, Mostarda und Honig in kleinen Schälchen daneben. Radieschen und Zwiebeln locker verteilt, Walnüsse dort, wo noch Platz ist. Schwarzbrot separat, damit es nicht durchweicht.

Wer die Brettljause ohne Fleisch als Sommeralternative zum Grillen denkt — ohne Herd, ohne Hitze, ohne viel Aufwand — findet im Haupt-Artikel zur Sommer-Brettljause den größeren Überblick: Aufbau, Abläufe, was auf keinem Sommerbrett fehlen darf.


Drei Käse, drei Charaktere, ein Brett. Handwerk, das für sich spricht — ohne dass Speck fehlt.