Sommer-Brettljause anrichten: Mengen & Reihenfolge
Ein Brett, das aussieht wie zufällig hingeworfen — und trotzdem sitzt. Das ist kein Zufall, das ist Erfahrung. Wer die richtigen Mengen kennt und weiß, was wohin gehört, hat die halbe Arbeit schon getan, bevor das erste Messer angesetzt wird.

Wie viel kommt auf's Brett? Mengen pro Person
Die Faustregel für eine Sommer-Jause als Hauptmahlzeit:
- Speck: 60–80 g pro Person
- Käse: 80–100 g pro Person
- Rohwurst (z. B. Kaminwurzen, Cabanossi): 30–50 g pro Person
Als Beilage zu einem größeren Abendessen halbierst du die Mengen jeweils. Brot, Butter und Aufstriche kommen noch dazu — kalkuliere etwa 2–3 Scheiben Brot und einen guten Löffel Sennbutter oder Grammelschmalz pro Person ein.
Für 2 Personen: ca. 130 g Speck, 180 g Käse, 80 g Rohwurst
Für 4 Personen: ca. 270 g Speck, 360 g Käse, 160 g Rohwurst
Für 6 Personen: ca. 420 g Speck, 560 g Käse, 250 g Rohwurst
Wer das Brett komplett aus unserem Sortiment zusammenstellen will: Die Brettljause für Freunde ist für 2–4 Personen ausgelegt, die Tiroler Jausn XL für die größere Runde.
Mehr zur Auswahl der richtigen Käsesorten für den Sommer gibt's im Artikel zur Käseauswahl für die Sommer-Jause.
Reihenfolge auf dem Brett: mild links, kräftig rechts
Das Auge isst mit — aber die Reihenfolge auf dem Brett hat auch einen praktischen Grund: Man beginnt mit dem Milden und arbeitet sich zum Kräftigen vor, damit kein Aroma das nächste erschlägt.
Käse kommt links, von mild nach intensiv. Ein junger Bergkäse (butterig, mild) ganz links, ein gereifter Bergkäse mit 6–8 Wochen Reifezeit weiter rechts.
Speck gehört auf die rechte Seite. Der Karreespeck — der magerste, feinste Schnitt — kommt ins Zentrum des Speck-Bereichs. Er ist das Herzstück, nicht die Randnotiz.
Rohwurst platzierst du mittig als verbindendes Element zwischen Käse und Speck. Kaminwurzen oder Cabanossi lassen sich dort schön fächern oder in gleichmäßige Scheiben legen.
Aufstriche wie Sennbutter oder Grammelschmalz kommen in kleine Schalen an den Rand — nicht mitten ins Brett.

Schnittstärken: hier macht der Millimeter den Unterschied
Karreespeck: hauchdünn, 1–1,5 mm. Dicker geschnitten verliert er seinen feinen, fast schmelzenden Charakter. Ein scharfes Messer oder eine Aufschnittmaschine machen hier den Unterschied.
Bergkäse: 3–4 mm. Zu dünn, und er zerfällt beim Aufnehmen. Zu dick, und der Schmelz am Gaumen kommt nicht zur Geltung.
Rohwurst: 3–5 mm je nach Sorte. Kaminwurzen darf etwas dicker sein, damit die Würze trägt.
Warum der Karreespeck so besonders geschnitten werden sollte, erklären wir ausführlicher im Artikel Karreespeck im Sommer.
Temperatur-Regel: der unterschätzte Schritt
Käse braucht mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur, bevor er auf's Brett kommt. Direkt aus dem Kühlschrank schmeckt er flach — die Aromen öffnen sich erst bei etwa 16–18 °C.
Speck schneidet sich am besten bei rund 18 °C. Zu kalt kleben die Scheiben aneinander und reißen beim Trennen. Kurz vor dem Anrichten aus dem Kühlschrank nehmen, 10–15 Minuten akklimatisieren lassen.
Im Sommer trotzdem nicht in die Sonne stellen — bei über 25 °C leidet das Fett des Specks. Ein schattiger Platz draußen ist ideal.
Aufstriche & Beilagen: was das Brett erst rund macht
Ein Löffel Sennbutter direkt aufs Brettl — das verbindet alles. Die Butter nimmt die Würze des Specks auf und macht das Brot zur Grundlage, nicht zur Nebensache.
Grammelschmalz ist die deftigere Alternative: kräftiger im Geschmack, als Kontrast zu einem milden Käse besonders schön.
Wer mag, stellt noch ein kleines Schälchen Mostarda dazu — die fruchtige Schärfe passt überraschend gut zu einem reifen Bergkäse. Mehr dazu im Artikel zur Mostarda auf der Sommer-Jause.
Den vollständigen Überblick — was im Hochsommer aufs Brettl kommt, welche Produkte die Basis bilden und warum der Ofen aus bleibt — gibt es in unserem Tiroler Sommer-Jausn-Guide.
Ein gutes Jausenbrett braucht keine Stunden Vorbereitung. Es braucht die richtigen Mengen, den richtigen Abstand zum Kühlschrank — und Produkte, die von selbst überzeugen.
