Holunder & Grantnwassal — Getränke für die Tour
Fünf Stunden bergauf, die Sonne steht hoch, und die Trinkflasche ist nach zwei Stunden leer. Wasser allein reicht — aber Wasser allein hält den Kopf nicht klar. Ein selbstgemachtes Getränk für die Wanderung braucht keine Pulverpäckchen. Es braucht zwei gute Sirupe und einen einfachen Trick.

Holundersirup 1:8 — leichter als du denkst
Der Schwarze Holunderbeere Sirup kommt aus dunklen, vollreifen Beeren. Im Glas zuhause schmeckt er intensiv und süß. In der Trinkflasche, verdünnt 1:8 mit Wasser, passiert etwas anderes: er wird leicht, fast transparent im Geschmack — eine feine Traubenzucker-Note, die bei Wärme nicht schwer auf dem Magen liegt.
1:8 bedeutet: etwa 125 ml Sirup auf einen Liter Wasser. Das reicht für einen halben Liter Trinkflasche mit 60–65 ml. Kein Abwiegen, kein Stress — ein kräftiger Schuss, der Rest Wasser. Fertig ist ein holundersirup wandern-Getränk, das keine Werbeverpackung braucht.
Der Gefrier-Trick für heiße Touren
Eine halbe Flasche mit dem fertig gemischten Holundergetränk einfrieren, die zweite Hälfte Wasser am Gipfel dazu — eiskalt im Abstieg, ohne extra Kühlakku. Einfacher geht's kaum.

Grantnwassal — der herbe Gegenpol nach der Hüttenrast
Wer im Zillertal aufgewachsen ist, kennt das Wort. Grantn — das sind die Preiselbeeren, herb und ein bisschen störrisch. Grantnwassal ist das Preiselbeerwasser, das nach einer langen Hüttenrast wieder wach macht.
Der Preiselbeer-Sirup Grantnwassal ist kein süßer Durstlöscher. Er hat Biss — eine feine Säure, die im Abgang bleibt. Ebenfalls 1:8 verdünnt ergibt er ein dunkelrotes, leicht herbes Getränk, das sich vom Holunder deutlich unterscheidet. Ideal als zweites Getränk für die zweite Hälfte der Tour: der Holunder bergauf, das Grantnwassal bergab.
Wer mag, kann beide Sirupe auch mischen — ein iso-getränk selbst mischen muss nicht kompliziert sein. Zwei Drittel Holunder, ein Drittel Preiselbeer, aufgefüllt mit Wasser: fruchtig mit Tiefe, und Elektrolyte kommen beiläufig mit.
Was sonst noch in den Rucksack kommt
Getränke sind die eine Seite. Was an Jausn daneben passt, wie viel davon — und was den langen Tag auf 2.000 m wirklich übersteht — findest du im Haupt-Artikel zur Wanderjause im Almsommer. Für konkrete Mengen und Verpackungs-Tipps lohnt sich ein Blick auf Was hält im Rucksack.
Zwei Sirupe, eine Trinkflasche, fünf Stunden Tour. Griaß di oben am Gipfel.
