Gegrillter Camembert mit Preiselbeer-Mostarda

Gegrillter Camembert mit Preiselbeer-Mostarda

Gegrillter Camembert mit Preiselbeer-Mostarda

Das Zedernbrett liegt seit einer halben Stunde im Wasser. Der Rotholzer Ziegencamembert wartet noch in seiner Rinde. Gleich wird es rauchen — und das ist gut so.

Rotholzer Ziegencamembert - TIROLISH

Was du brauchst

Für 2 Personen:

  • 1 Rotholzer Ziegencamembert (ca. 200 g) — alternativ: Rotholzer Schafcamembert
  • 1 Zedernbrett (ca. 20 × 12 cm), mindestens 30 Minuten gewässert
  • 3–4 EL Preiselbeer-Feigen-Mostarda mit Gin
  • 1 Zweig Thymian
  • Frisches Brot oder Grillbaguette zum Servieren

So funktioniert es

1. Brett vorbereiten. Das Zedernbrett mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser einlegen — lieber 45 Minuten. Wer das überspringt, riskiert offene Flammen statt aromatischen Rauch.

2. Grill einrichten. Indirekte Hitze bei ca. 180 °C. Bei einem Kugelgrill: Kohlen seitlich aufschichten, das Brett in die Mitte, Deckel geschlossen halten.

3. Käse auf Brett setzen. Den Ziegencamembert direkt aus der Verpackung auf das nasse Brett legen. Thymianzweig obenauf — das war's. Keine Folie, kein Öl.

4. Grillen. Deckel schließen. 12 Minuten. Nach 8 Minuten kurz nachschauen: Die Rinde sollte goldbraun blasen, das Innere noch nicht komplett flüssig sein.

5. Der Moment. Wenn das Brett beginnt zu rauchen — leichter Zederngeruch, leise zischend — ist der Käse auf dem richtigen Weg. Die Rinde hebt sich, wölbt sich leicht, wird an den Rändern tief gold. Wer jetzt den Finger drauflegt (vorsichtig), spürt: nichts Festes mehr darunter. Das Innere ist seidig geworden.

6. Servieren. Brett direkt auf den Tisch. Ein Messer rein, die Rinde aufklappen. Mostarda großzügig daneben — die leichte Schärfe der Preiselbeer-Feigen-Mostarda bricht die cremige Ziegenmilch-Note, der Gin gibt einen floralen Unterton. Brot zum Tunken.


Preiselbeer - Feigen - Mostarda mit Gin - TIROLISH

Der Rauch macht's

Zedernholz gibt beim Grillen ein feines, harziges Aroma ab — mild, fast süßlich. Es überlagert den Käse nicht, es umhüllt ihn. Der Rotholzer Ziegencamembert vom Hof Rotholz in Osttirol hat ohnehin eine dezente, leicht säuerliche Ziegenmilch-Note: Die braucht kein Verstecken. Der Zedernrauch ergänzt, er dominiert nicht.

Wer es etwas kräftiger mag: Der Rotholzer Schafcamembert hat mehr Schmelze im Gaumen und eine vollere, nussige Note — auf dem Zedernbrett genauso überzeugend.

Mehr zum Schmelzverhalten von Weichkäse auf dem Rost gibt's in unserem Artikel über Bergkäse am Grill und sein Schmelzverhalten.


Mostarda — nicht einfach Konfitüre

Mostarda ist schärfer, komplexer, weniger süß als ein klassischer Fruchtaufstrich. Die Preiselbeer-Feigen-Mostarda mit Gin hat einen senfölartigen Biss, den die Fruchtsüße von Feige und Preiselbeere nur bedingt abfedert. Genau das macht sie zur richtigen Partnerin für fetten, cremigen Camembert — sie schneidet durch, statt sich dranzuschmiegen.

Wer Käse am Grill grundsätzlich neu entdecken möchte, findet in unserem Haupt-Artikel zu Käse und Speck vom Grill den kompletten Überblick — von Bergkäse bis Kaminwurzen. Und wer den gegrillten Käse auch im Burger denkt: der Bergkäse-Burger mit Alpentilsiter zeigt, wie weit das Thema trägt.


Das Brett dampft, der Käse fließt, die Mostarda wartet. Mehr braucht ein Sommerabend nicht.