Brotzeit für Gäste: das Brett richtig anrichten

Brotzeit für Gäste: das Brett richtig anrichten - TIROLISH

Brotzeit für Gäste: das Brett richtig anrichten

Ein gutes Jausenbrett braucht keine Kunstfertigkeit — aber ein bisschen Überlegung. Wo landet der Käse? Wohin mit dem Speck? Und warum macht das Schälchen Butter den Unterschied? Hier kommt die Anleitung.

Tiroler Brettljause

Das Brett — Grundlage, keine Nebensache

Zirbenholz oder Eiche. Beides gibt dem Anblick Wärme, ohne in die Optik zu drängen. Das Brett sollte groß genug sein, dass nichts eng wirkt — bei vier Personen mindestens 40 × 25 cm.

Vor dem Anrichten kurz abwischen, trocken. Kein Öl, kein Wasser. Der Speck soll nicht rutschen, der Käse nicht schwitzen.

Käse rechts, Speck links — die Logik dahinter

Käse: Rechts außen beginnen, mild nach würzig im Uhrzeigersinn. Ein junger Schnittkäse zuerst, dann ein gereifter Bergkäse, ganz außen ein kräftiger Graukäse oder Almkäse. So können Gäste sich vorarbeiten, ohne gleich ins Volle zu greifen.

Wichtig: den Käse 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen. Kalter Käse riecht nach nichts, schmeckt nach wenig. Erst bei Zimmertemperatur entfaltet er, was in ihm steckt.

Den passenden Käse für dein Brett findest du in unserem Artikel welcher Käse gehört auf die Brotzeit.

Speck: Links anordnen — und erst kurz vor dem Servieren schneiden. Hauchdünner Karreespeck lässt sich leicht zu kleinen Rosen einrollen: einfach die Scheibe locker aufrollen, hochkant auf das Brett stellen. Er hält die Form, sieht gut aus und trocknet nicht an.

Karreespeck ist der magerste Schnitt — fein marmoriert, mild im Auftakt, mit dem typischen Räucherduft von Tannenholz.

Käse und Speck auf Holzbrett mit Alpenpanorama

Kaminwurzen in der Mitte — schräg geschnitten

Kaminwurzen kommen in die Mitte, schräg angeschnitten. Der schräge Schnitt ist kein Trick für die Optik — er legt mehr Schnittfläche frei und lässt das Aroma besser raus.

Zwei, drei Stücke aufrecht hinlehnen, den Rest flach nebeneinander. So nimmt niemand alles auf einmal.

Butter, Schmalz und die kleinen Schälchen

Ein kleines Schälchen Sennbutter — gestempelt oder mit einer Gabel leicht aufgeraut — gehört direkt neben den Käse. Sennbutter aus der Alm ist gelblicher als Markenbutter, aromatischer, mit einem leicht nussigen Nachklang. Was sie von gewöhnlicher Butter unterscheidet, erklärt unser Artikel zu Sennbutter vs. Markenbutter.

Daneben: ein zweites Schälchen Grammelschmalz. Auf dunkles Brot gestrichen, eine Scheibe Karreespeck drauf — fertig ist der einfachste, beste Happen auf dem Brett.

Farbe rein — Gurken und Mostarda

Grüne Gewürzgurken in Scheiben, einfach am Rand verteilt. Und — das ist der Moment, der Gäste überrascht — ein Löffel Birnen-Quitten-Mostarda mit Trüffel in einem kleinen Schälchen dazu.

Mostarda ist kein Senf, kein Chutney. Sie ist süß-scharf, fruchtig, mit einer feinen Bitterkeit, die besonders zu würzigem Käse passt. Ein Farbklecks auf dem Brett, der auch geschmacklich seinen Platz behauptet.

Schwarzbrot separat — im Korb

Schwarzbrot kommt nicht auf das Brett. Ein kleiner Brotkorb daneben, mit Scheiben, die sich die Gäste selbst nehmen — das hält das Brett sauber, und der Brotkorb kann zwischendurch nachgefüllt werden, ohne den Aufbau zu stören.

Was noch aufs Jausenbrett gehört und wie die Tiroler Brotzeit sich von der Südtiroler Marende unterscheidet, liest du in unserem Haupt-Artikel zur Tiroler Brotzeit und Jause.


Du willst dir das alles nicht einzeln zusammensuchen? Die Tiroler Brettljause für Freunde kommt fertig zusammengestellt — Speck, Käse, Kaminwurzen und Aufstrich, direkt aus Tirol.

Zum richtigen Getränk gibt's Tipps im Artikel Getränke zur Tiroler Jause.

Griaß di — und gutes Anrichten.